Berufsschule Vermessungstechnik

Schulartbeschreibung Berufsschule Vermessungstechniker

 

Stand: Januar 2016

 

Seit 1970 wird an unserer Schule in einer Landesbezirksfachklasse eine qualifizierte 3-jährige Ausbildung in Vermessungstechnik angeboten. Das Einzugsgebiet der Heinrich-Hübsch-Schule reicht vom Neckar-Odenwaldkreis im Norden über den Main-Tauber-Kreis im Osten bis nach Bühl im Süden. Durch die langen Anfahrtswege sind viele Azubis während der Schulblöcke in Wohnheimen untergebracht.

Aufnahmevoraussetzung:

Voraussetzung zur Aufnahme in die Berufsschule ist ein Ausbildungsvertrag mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb. In der Regel sind dies die Vermessungs- und Flurneuordnungsbehörden der Städte und Landratsämter sowie öffentlich bestellte Vermessungsingenieure oder Vermessungsbüros.

Gliederung der Ausbildung:

Die schulische Ausbildung im dualen System findet in insgesamt 9 Unterrichtsblöcken zu je 3-5 Wochen statt. Seit dem Einstellungsjahrgang 2010 findet in der Vermessungstechnik Lernfeldunterricht statt. Hierbei werden die Schüler in themenübergreifenden Projekten praxisnah ausgebildet. Einige Projekte werden hierzu in enger Kooperation mit dem Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe, dem Landratsamt Karlsruhe, dem KIT (Universität) und dem LGL (Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung) durchgeführt, um den Praxisbezug hervorzuheben. Fachkundliche Schwerpunkte sind im Bereich Geodatenbearbeitung das Beherrschen von grundlegenden vermessungstechnischen Rechenmethoden (teilweise mit CAD-Einsatz). Geschult wird zudem der Umgang mit Vermessungsinstrumenten wie Nivelliergeräten, elektronischen Tachymetern bis hin zum satellitengestützten GPS zur Erfassung der Koordinaten (Lage und Höhe) eines Punktes. Anwendungen erfolgen in der Aufnahme komplexer Gebäude und Landschaftsformen und werden in Form von Geländemodellen (DGM) und Gebäudemodellen dokumentiert. Darüber hinaus lernen die Schüler die Aufgaben der öffentlichen Vermessung wie beispielsweise die Bereitstellung amtlicher Karten (analog oder digital) sowie die Struktur und Inhalte von Geodatenportalen kennen.

Computeranwendungen wie beispielsweise die Branchensoftware GEOgraf zur Auswertung der Vermessungsübungen und zur Kartenerstellung oder die Software ArcGIS als geographisches Informationssystem zur Analyse digitaler Karteninformationen werden in den Fächern Computertechnik, Computeranwendungen und GIS unterrichtet.

Ein wichtiger Teil der Vermessung findet aber nach wie vor im Freien statt. Einmal in der Woche lösen die Azubis eine vermessungstechnische Aufgabe im Rahmen einer Vermessungsübung im Karlsruher Schlosspark oder im Innenstadtbereich.

Abschluss und Weiterbildungsmöglichkeiten:

Die Azubis sind nach erfolgreicher schulischer Abschlussprüfung in den Fächern „Geodatenbearbeitung“ und „öffentliche Aufgaben und technische Vermessung“ sowie in den allgemeinbildenden Fächern „Deutsch“, „Gemeinschaftskunde“ und „Wirtschaftskunde“ und der anschließenden Prüfung im „betrieblichen Auftrag“ ausgebildete Vermessungstechniker. Mit entsprechendem Notenschnitt kann nach der „9+3-Regelung“ ein mittlerer Bildungsabschluss bescheinigt werden. Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen z.B. in der Fachschule für Bautechnik zum staatlich geprüften Bautechniker (ebenfalls hier an der Heinrich-Hübsch-Schule) oder in einem Studium an einer Hochschule.